Tierpark Germendorf bleibt in Familienhand

Von Andrea Kathert

Germendorf (MAZ) | Nach dem Tod von Horst Eichholz, dem Gründer des Tier- und Freizeitparks Germendorf, führt die Familie den Park in seinem Sinne weiter. Zunächst waren Gerüchte aufgekommen, die Anlage werde verkauft. Dem ist aber nicht so, wie Sohn Torsten Eichholz bekräftigt.

Germendorf. Die Erdmännchen, die Mufflons und Hirsch Hansi – eigentlich haben alle Tiere sofort gemerkt, dass Horst Eichholz nicht mehr kommt. Jeden Abend genau um 17 Uhr hatte der Gründer des Parks in seinem kleinen Smart seine Runde gestartet und alle Tiere mit Knäckebrot und Rosinen verwöhnt. Doch am 17. Mai verstarb Horst Eichholz im Alter von 84 Jahren.

Und es dauerte nicht lange, da kursierte das Gerücht, der Tierpark werde verkauft. „Dem ist natürlich nicht so“, sagt Torsten Eichholz ganz entschieden. „Der Tierpark bleibt in Familienhand.“ Das hätten alle Angehörigen Horst Eichholz am Sterbebett versprochen. Der Tierpark ging direkt an Ehefrau Lieselotte über. Die drei Söhne Torsten, Peter und Dieter sind als Geschäftsführer eingetragen.

Torsten Eichholz ist mit 50 Jahren der jüngste Sohn, die beiden anderen genießen bereits ihren Rentnerruhestand. Deshalb kümmert er sich jetzt um die Tiere, die Mitarbeiter und die Geschäfte im Tier- und Freizeitpark, immer unterstützt von der ganzen Familie. Und natürlich von seiner Mutter. „Die passt mit ihren 87 Jahren noch auf wie ein Schießhund“, lacht Torsten Eichholz. Jeden Tag um 13 Uhr dreht Lieselotte Eichholz eine Runde durch den Park und verwöhnt die Tiere mit Leckerlis. Danach sitzt sie jeden Tag an der Kasse der Märchenbahn, solange bis der Park schließt. Und davon ist sie trotz ihres hohen Alters nicht abzubringen. „Wir haben ihr schon einen gemütlichen Sessel und einen Windschutz aufgestellt“, sagt der Sohn. „Schließlich wollen wir, dass es unserer Mutter noch viele Jahre gut geht.“ Dass der Tierpark ganz im Sinne von Horst Eichholz weitergeführt wird, werden die Besucher bald am Eingang selbst spüren. Neben dem Mäusehaus wird eine Statue aufgestellt, die Horst Eichholz mit seinem Lieblingshirsch Hansi darstellt.

Torsten Eichholz hat den Park zusammen mit seinem Vater aufgebaut. 1989 kündigte er seinen Job am Bernsteinsee in Velten und half lieber mit, die erste alte Kiesgrube zu einem Badesee auszubaggern. Das dauerte einige Jahre. Dann entstand die Wohnsiedlung an den Waldseen. Und nach deren Einweihung hatte Horst Eichholz die Idee: Wir bauen uns einen Tierpark. Fortan war das sein Lebenswerk. Es begann damit, dass im Winter ein Wanderzirkus seine Lamas unterstellen wollte. Und eines der Tiere lebt heute noch im Park. Auf 69 Hektar Privatland ist seit den 1990er-Jahren ein Park für 650 Tiere entstanden, den jährlich 500 000 Menschen besuchen. Und daran wird sich vermutlich so schnell nichts ändern, denn Torsten Eichholz hat offenbar die Tierliebe seiner Eltern geerbt. Genauso so gern fährt er im Schneckentempo durch die Gehege und zeigt die neuesten Bewohner. Zum Beispiel die vier Känguruweibchen, die in ihren Beuteln die Jungen tragen. Das Gehege ist neu aufgebaut worden und zusätzlich gesichert. „Wir hatten hier einen Marder oder einen großen Fuchs, der hat viel Schaden angerichtet“, sagt Torsten Eichholz. Jetzt sind die Kängurus durch bessere Zäune und Netze über dem Freigehege geschützt. Gleich nebenan wird der Hühnernachwuchs aufgezogen. Noch kuscheln sich die Küken unter die Wärmelampe. Auch bei den Emus gibt es Jungtiere. Die werden übrigens vom Hahn ausgebrütet und aufgezogen. Die sieben jungen Emus kommen noch ein wenig tollpatschig daher.

Die Mufflonherde im Freigelände hat sich ebenfalls prächtig entwickelt. „Und da ist Hansi“, sagt Torsten Eichholz. Im Moment ist der gut auszumachen, er trägt nur noch eine Geweihhälfte. Irgendwelche Besucher hatten ihm eine Handtasche für ein Selfie ums Geweih gebunden. Hansi war natürlich damit losgeprescht und hatte sich verletzt. Im Freigelände ist gerade der Wald durchforstet worden, um wieder Luft für die Bäume zu schaffen.

Es gibt noch einige Pläne, die Horst Eichholz gern zu Ende gebracht hätte. Nun übernimmt das sein Sohn und die anderen aus der Familie. Zum Beispiel den Caravanstellplatz hinter dem Saurierpark. Drei bis vier Nächte sollen dort Touristen campieren können. Die Parkplätze sind bereits angelegt. Noch fehlen Toiletten und Sanitärräume. Aber im nächsten Jahr könnte es schon losgehen. Genauso wie mit der nächsten Attraktion im Saurierpark. Einer riesigen Vogelspinne mit richtigem Fell, vier mal zwei Meter groß.

Dass der Tierpark noch sehr lange in Familienhand bleibt, davon ist Torsten Eichholz fest überzeugt. Seine beiden erwachsenen Kinder schnuppern gerade in betriebswirtschaftliche Ausbildungen rein. Und sein sechsjähriger Sohn Joel ist bereits jetzt schon genau so gerne im Tierpark zugange wie Vater und Großvater.

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