von Volkmar Ernst | MOZ
Freizeit Neben der Einrichtung in Germendorf war auch der Haustierpark in Liebenthal am Wochenende ein Besuchermagnet. Vor allem Familien mit Kindern und Senioren genossen die Freiheit, in der Natur endlich wieder auf Entdeckungstour gehen zu können.
Ob sich das Oma Daniela und Mutti Nadine wohl richtig überlegt haben? Der sechsjährige Lukas und seine ein Jahr ältere Cousine Mara dürfen die Tour durch den Germendorfer Tierpark festlegen: Zu den Dinos muss es natürlich gehen und zu Schafen und Ziegen und zu den Ponys, die man streicheln darf, und natürlich auch auf den Spielplatz mit der Schaukel. In der kann man richtig toll liegen, weiß Lukas ganz genau. Schließlich ist die Familie aus Spandau nicht das erste Mal in Germendorf. „Der Park ist riesig und bietet vor allem viel Abwechslung für die Kinder“, ist sich Oma Daniela sicher, für den Wochenendausflug das richtige Ziel ausgesucht zu haben. Sie hofft auf eine Bank, auf der sie sich mit ihrer Tochter niederlassen und erzählen kann, während die Kinder auf Entdeckungsreise gehen.
Glücklicher Tierparkchef
Torsten Eichholz findet mahnende Worte
Tierparkchef Torsten Eichholz ist mit dem Besucherandrang zufrieden – vor allem hielten sich die Besucher an die Vorgaben durch die Eindämmungsverordnung. Natürlich gibt es an der Kasse und am Einlass eine Warteschlange. Doch die Familien halten von selbst Abstand.
Gut 3000 Besucher waren am Sonnabend gekommen, am Sonntag noch mehr. Zwischenzeitlich musste der Parkplatz geschlossen werden, einfach weil er voll war. Torsten Eichholz versichert aber, dass alle Onlinetickets ihre Gültigkeit
behalten.
Hilfe von der Feuerwehr
Er freut sich über die Öffnung, die am Montag wieder möglich wurde, wenn die ihm auch einige Probleme bereitet hat. Als es in der vergangenen Woche plötzlich ganz schnell ging, mussten nicht nur die Plakate, die zum Tragen der Masken verpflichten, gedruckt und aufgehängt werden. Es musste auch ein neuer Dienstplan erstellt werden, um die Öffnung umsetzen zu können. „Doch meine Leute haben alle mitgezogen“, freut sich der Chef. Gewünscht hätte er sich eine Öffnungsstrategie von der Politik. „Ich kann die Leute, die ich wegen der verordneten Schließung habe in Kurzarbeit schicken müssen, nicht einfach anrufen. Aber wir kriegen das auch so hin.“ Sogar die Kameraden der Germendorfer Feuerwehr halfen dabei, den Einlass zum Tierpark abzusichern.
Die Tiere
stehen an den Zäunen und warten auf ihre
Streicheleinheiten oder eine Portion Extrafutter.
Dass einige Tiere etwas scheuer geworden sind, haben derweil beide Tierparkchefs feststellen können. Als Problem sehen sie das nicht an. „Das wird sich ganz schnell geben, wenn wieder regelmäßig Besucher kommen“, sind sich sowohl Lydia Rick als auch Torsten Eichholz sicher. Das kann aus fachmännischer Sicht sogar Andreas Glasny-Lebensmühlbacher bestätigen, der gemeinsam mit seiner Frau Sabine aus Berlin-Marzahn gekommen war, „um die Ruhe und die Weite des Liebenthaler Parks zu genießen“. Er ist gelernter Tierpfleger und mag die Anlage vor allem, „weil festzustellen ist, dass sich die Tiere hier wirklich wohlfühlen“.
Spenden vom Hilfeverein
Dass es in Liebenthal am Wochenende fast Tränen gab, lag am Besuch des Reporters Ivo Ziemann von Antenne Brandenburg. Der war im Auftrag des Corona- Hilfevereins Neuendorf gekommen, um Lydia Rick einen Scheck zu überbringen. Sichtlich gerührt, dankte die Tierparkchefin für die Spende. „Dass es so etwas gibt, dass sich Menschen um das Schicksal anderer Menschen oder auch solcher Einrichtungen wie unseren Park kümmern, dass finde ich toll und macht mir Mut.“ Das Geld will sie verwenden, um noch offene Rechnungen zu begleichen. „Ich mag es selbst nicht, wenn so etwas passiert und weil ich weiß, dass jeder heute mehr denn je das Geld braucht.“
Im Kamelhof in Nassenheide herrscht hingegen weiterhin Besucherpause. Hier wollen Gabriele und Jörg Heidicke (so
der Plan) zum 1. April wieder die Pforten öffnen.







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