von Stefanie Fechner | MAZ
Seine diesjährige Sommertour startete der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann beim Tier- und Freizeitpark in Germendorf. Dabei besuchte er nicht nur seine Patentiere, sondern ging auch auf Tuchfühlung mit einem Gürteltier und einer Bartagame. Ein offenes Ohr für Tierpark-Leiter Konstantin Ruske hatte er dabei auch.
Germendorf. Die Virginia‐Uhus der Tier‐ und Freizeitparks Germendorf wirkten am Dienstagvormittag ausgesprochen skeptisch ob der Menschentraube, die sich vor ihrer Voliere versammelt hatte. Das änderte sich jedoch schnell, als der SPDLandtagsabgeordnete Björn Lüttmann gemeinsam mit Tierpark‐Leiter Konstantin Ruske hinein trat, um das verspätete Frühstück in Form von zwei Ratten zu verfüttern.
Tierpark-Leiter Konstantin Ruske weiß allerhand Spannendes zu berichten
Beim Germendorfer Touristenmagneten startete der Lokal‐ und Landespolitiker seine diesjährige Sommertour, um mehr über die Situation des Tierparks zu erfahren. Und auch der Start bei den Virginia‐Uhus kam nicht von ungefähr, ist Björn Lüttmann doch Pate für einen der Greifvögel.
Nebenbei erzählte Biologe Konstantin Ruske noch zahlreiche spannende Dinge über die majestätischen Tiere, von denen eines schon eine regelrechte Odyssee hinter sich hat: „Ein Sturm deckte im Februar einen Teil des Daches ab und der Uhu wurde regelrecht hinausgeweht“, erinnerte sich der Mann, der seit Januar dieses Jahres die Geschicke des Germendorfer Tierparks leitet.
Erst zwei Wochen später habe man den Uhu völlig entkräftet in Velten einfangen und zurück in seine Voliere bringen können, wo er sich erst einmal von dem Schrecken erholen musste.
Germendorf zieht in ganz Brandenburg die meisten Besucher an
Auf dem Weg von den außerhalb untergebrachten Uhus durch den Park berichtete Konstantin Ruske nicht ohne Stolz, dass der Germendorfer Tierpark mittlerweile der am meisten besuchte in ganz Brandenburg ist. „470 000 Besucher waren es im letzten Jahr.“ Damit liegen die Germendorfer weit vor Eberswalde und Cottbus. „Das ist schon eine Hausnummer für einen Tierpark, der sich durch den Betrieb selbst finanziert“, befand der Biologe.
Unterstützt werden sie dabei vom Verein „Freunde des Wildtierparks“, dessen Vorsitzende Sabine Stoge natürlich ebenfalls den Termin begleitete. „Etwa 70 bis 80 Prozent unserer Tiere haben Paten“, berichtete sie nicht ohne Stolz. Damit ist ein Großteil der rund 500 Tiere durch eine oder mehrere Personen für ein Jahr versorgt. „Auch in diesem Jahr konnten wir schon 65 Patenschaften abschließen.“
Begeistert zeigte sich Björn Lüttmann vor allem von dem großen und stetig wachsenden Angebot des Tierparks, der sogar über eigene Badestrände für Mensch und Tier verfügt. „Bei einem Eintrittspreis von sechs Euro für einen Erwachsenen und zwei bis drei Euro pro Kind, je nach Alter, sind wir vor allem bei den jungen Familien beliebt“, erklärte Marika Eichholz, Tochter von Tierpark‐Chef Torsten Eichholz.
Vorbei an neuen gastronomischen Angeboten setzte die Gruppe ihren Weg an den freilaufenden Sika‐Hirschen fort. „Die Sika‐Hirsche sind vor allem für die Kinder etwas ganz besonderes, weil sie so zutraulich sind. Aber auch ich streichle sie heute noch gerne“, schmunzelte Konstantin Ruske, bevor er seine Begleiter in das Südafrika‐Haus führte.
Tier- und Freizeitpark Germendorf: Gürteltier „Bolita“ ist der Star des Tages
Dort präsentierte er den überraschten Gästen einen ganz besonderen Bewohner: Gürteltier „Bolita“ wurde schnell zum Star des Tages und Björn Lüttmann ließ es sich auch nicht nehmen, das gepanzerte Tier selbst einmal auf die Hand zu nehmen. Die Mutigsten streichelten noch die rund zwei Meter lange Boa Constrictor, eine Würgeschlange, bevor es weiter durch den Park ging.
Vorbei am neuen Puma‐Gehege, in das noch dieses Jahr drei Tiere einziehen sollen, ging es zu den possierlichen Erdmännchen. „Für welches der Erdmännchen habe ich denn jetzt die Patenschaft?“, lachte Björn Lüttmann angesichts der Horde Schleichkatzen, die dankend den kleinen dargereichten Snack annahmen.
Auch wenn der Tierpark Germendorf dank zahlreicher Spender und Unterstützer gut durch die Coronapandemie und die damit verbundenen Zwangsschließungen gekommen ist, so blickt Konstantin Ruske doch mit Sorge auf den nahenden Herbst. „Wir haben die Befürchtung, dass Corona im Herbst wieder ein Thema wird. Ich würde mir wünschen, dass Zoos und Tierparks nicht wieder von Schließungen betroffen sind“, wandte er sich direkt an Björn Lüttmann.
Der konnte diese Sorge zumindest ein bisschen eindämmen: „Ich denke, an der frischen Luft hat sich dieses Thema so gut wie erledigt. In Innenräumen mag das allerdings noch anders aussehen“, erklärte er und versprach, dieses Thema mit in die entsprechenden Sitzungen zu nehmen.
Dass der Tierpark nicht nur bei Besuchern beliebt ist, zeigt sich auch, wenn neue Angestellte gesucht werden. „Wir bilden selbst Tierpfleger in der Fachrichtung Zoo aus und erhalten auch noch zahlreiche Bewerbungen. Wir müssen uns noch keine Azubis auf der Straße einfangen.“ Auch beim Zulauf bereits fertig ausgebildeten Personals ist man in Germendorf zufrieden.
„Wir haben kürzlich einen Handwerker für die hier anfallenden Arbeiten gesucht und haben 15 Bewerbungen von ausgebildeten Fachmännern erhalten“, gab Konstantin Ruske einen Einblick. Am Ende hätten fünf potenzielle Kandidaten zur Auswahl gestanden, so dass man schlussendlich sogar zwei Handwerker statt einen eingestellt habe. „Es ist einfach ein toller abwechslungsreicher Arbeitsplatz mit immer neuen Aufgaben. Da muss man auch mal tüfteln und kreativ sein.“
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